Bagatelles
- Verlag
- Self-published
- Besetzung
- Ensemble
- Genre
- Konzertwerk, Zeitgenössisch
- Jahr
- 2018
- Dauer
- 09:00
- Schwierigkeitsgrad
- 5
„Bagatelles“ für Piccolo, Flöte und Sopran Saxophon ist ein 9-minütiges Werk bestehend aus vier Sätzen. Das Grundkonzept verfolgt die Idee, sogenannte Aliquot-Töne zu erzeugen. Diese entstehen durch Tonreibungen im sehr hohen Register der Instrumente.
Im ersten Satz wird dies durch kleine Sekunden im hohen Register provoziert. Diese verschieben und entwickeln sich rhythmisch bis zu einer 2-Takt-Gliederung und führen schließlich zu einem Thema. Dieses erklingt zuerst im Unisono und später homorhythmisch im Verhältnis von Tritonus oder der kleinen Terz. Dieses Thema wird von allen Instrumenten vorgetragen, und verschiebt sich nach und nach um jeweils eine sechzehntel Note.
Der zweite Satz ist im ¾ Takt geschrieben. Die Piccolo Flöte trägt ein lyrisches Thema vor, welches von einer Ostinato-Figur begleitet wird. Dieses Ostinato wird hin und wieder abrupt rhythmisch sowie harmonisch verändert. Der lyrisch-verspielte Part wird zuerst vom Saxophon aufgegriffen, dann von der Flöte weitergeführt, bis er durch progressives Auslassen von Notenmaterial verklingt.
Der langsame dritte Satz ist von Quarten im hohen Register geprägt und erzeugt somit extrem viele Aliquot-Töne. Die Tonhöhe steigt ununterlassen ins hohe Register der drei Instrumente bis an die Grenze der noch spielbaren Töne. Ein expressives Thema wird dann vom Piccolo vorgestellt, und durch Parallelführung im Tritonus- und Sekundintervall gefärbt. Nach einer polyrhythmischen Passage kommt es zu einem hohen Unisono, der sich in chromatischer Spiralbewegung und mit minimaler Rhythmusverschiebung ins tiefe Register bewegt, und somit ein undefinierbares Klanggemisch erzeugt.
Im vierten Satz finden wir eine Anwendung der Hoquetus-Technik, ein Verfahren das bis ins Mittelalter zurückgeht. Hier finden wir viele kleine Motive, die in Komplementar-Rhythmik geordnet sind. Wie vorhin sind sie durch Tritoni- und große Sekundintervalle gefärbt. Die Partitur endet im Extrem-Register der Instrumente.
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